Es ist voll an diesem Donnerstagmorgen auf den alten Notfriedhof. Rund 80 Einwohner aus Karolinenhof, Schmöckwitz und Eichwalde haben sich am 8. Mai 2025 getroffen, um gemeinsam an das Kriegsende vor 80 Jahren und die hier bestatteten 108 Toten zu erinnern, darunter sind erfreulich viele junge Menschen. Eingeladen hatten die Kirchengemeinde und der Ortsverein Schmöckwitz, dessen Vorsitzende Almuth Berger die Gedenkveranstaltung eröffnet. Dabei erinnert Sie unter anderem ausdrücklich an die Rolle der Roten Armee bei der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus und setzt der heute geforderten „Kriegstüchtigkeit“ die Hoffnung auf „Friedensfähigkeit“ entgegen mit dem Zitat aus der Nationalhymne der DDR „Lasst das Licht des Friedens scheinen, dass nie eine Mutter mehr ihren Sohn beweint. “

In seiner Rede berichtet Wissenschaftler und Buchautor Wolfgang Stadthaus von den Ereignissen um das Kriegsende im Mai 1945 in Karolinenhof und Schmöckwitz und die Entstehung des Notfriedhofs. Peer Hauschild trägt anschließend eine verkürzte Version des Gedichts „Dann gibt es nur eins!“ von Wolfgang Borchert vor, der diesen flammenden Appell für den Frieden und gegen den Krieg unmittelbar nach Kriegsende geschrieben hatte.

Acht junge Menschen, angeleitet von Jasmin Küster, setzen einen bewegenden Höhepunkt der Veranstaltung, als sie mit musikalischer Begleitung die Namen aller hier Begrabenen, darunter fünf Kindern, vorlesen. An ihnen wird es in Zukunft sein, dass Gedenken und damit die Warnung vor dem Krieg weiter lebendig zu halten. Michael Glass, der ehemalige Jugenddiakon der Kirchengemeinde, hatte für einen Blumenschmuck gesorgt. Er ist einer der wenigen noch lebenden Angehörigen, da sein Großvater auf dem Notfriedhof bestattet wurde.
