Geschichte

Die Schmöckwitzer Flur bildet die südliche Begrenzung der Müggellandschaft. Schmöckwitz liegt mit seinen Kolonien in herrlicher Umgebung von See und Wald auf einem hochwassersicheren, nacheiszeitlichen Dünenzug. Die Ortsflur ist ringsum von Wasser umschlossen: vom Langen See, Seddinsee, Zeuthener See, Großen Zug und Krossinsee. Ausgrabungsfundstücke liegen aus mehreren Zeitabschnitten der Vorgeschichte vor. Demnach haben wir es auch in Schmöckwitz mit einem sehr alten Siedlungsplatz zu tun. Aus der mittleren Steinzeit stammen Waffen und Werkzeuge aus Feuerstein, die auf dem Försteracker, östlich des Langen Sees, bloßgelegt wurden; aus der jüngeren Steinzeit vielerlei gut gearbeitete, zum Teil geschliffene und durchbohrte Feuersteingeräte; außerdem sind noch Funde von eigenartigen Walzenbeilen aus Schmöckwitz zu nennen. In Rauchfangswerder kamen zwei Axt- oder Paradedolche bei Erdarbeiten zum Vorschein, die zur älteren Bronzezeit zu rechnen sind. Aus der mittleren Bronzezeit wurden Spiralfibeln mit Doppelkreuznadeln geborgen. Die gesamten Funde machen das Gebiet in und um Schmöckwitz für den Vorgeschichtsforscher ungemein interessant und lassen darauf schließen, daß sämtliche heute besiedelten Stellen, d.h. außer dem Ort Schmöckwitz selbst auch seine Kolonien Schmöckwitzwerder, Rauchfangswerder und Karolinenhof, bereits seit Jahrtausenden  fast ununterbrochen von Menschen bewohnt gewesen sind.

Das heutige Alt-Schmöckwitz hat bis heute seinen dörflichen Charakter behalten und steht als Ensemble unter Denkmalschutz. Der Anlage nach ist es wie Rahnsdorf mit seiner günstigen Seenlage ein altes wendisches Fischerdorf. Es wurde von den Slawen als Runddorf errichtet. Durch diese Siedlungsform wurde jedem Fischergehöft eine unmittelbare Verbindung zum Wasser ermöglicht. Auch der Name scheint wendischen Ursprungs zu sein und kann von smokowica = Drachenbach abgeleitet werden. Im Landbuch der Mark Brandenburg von Kaiser Karl IV. heißt es: "1375 Smekewitz hat keine Hufe, sondern die Fischer haben seit Alters her das Recht des Fischens an den Gewässern des Markgrafen". Außer der Fischerei betrieben die Schmöckwitzer lange Zeit nur noch die Imkerei. Sie "haben die Zeidelweide in der markgräflichen Heide", steht im Landbuch weiter verzeichnet, "und müssen dafür dem Schloß Köpenick einen Krug Honig abgeben". Das Dorf bestand damals nur aus 15 Häusern. Bis 1751 war Alt-Schmöckwitz noch eine Insel. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts verhökerten die Fischer ihre Fänge auf Berliner Märkten. Die ersten Spreeathener zogen Ende des vergangenen Jahrhunderts aus der Großstadt an den Stadtrand nach Schmöckwitz. Die Schmöckwitzer Brücke, die den Langen und den Zeuthener See trennt, ist zugleich der Südzipfel des heutigen Bezirks Köpenick.

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